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Analyse der Anforderungen an Netzinfrastruktur und Netzbetriebsführung durch Elektrifizierung und Flexibilisierung
Adressierte Fähigkeiten
  • Verteilung grünen Stroms
Voraussetzungen

Keine

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme umfasst eine systematische Analyse der zukünftigen Anforderungen an Stromnetzinfrastruktur und Netzbetriebsführung vor dem Hintergrund zunehmender Elektrifizierung (Wärme, Verkehr, Industrie) und wachsender Flexibilitätspotenziale (steuerbare Lasten, EE-Anlagen, Speicher). Ziel ist es, die zukünftige Versorgungsaufgabe unter verschiedenen Entwicklungspfaden zu quantifizieren, Engpässe frühzeitig zu identifizieren und daraus robuste Anforderungen an Netzausbau, Digitalisierung und Betriebsführung abzuleiten. Ausgehend von der heutigen Netzsituation werden gemeinsam mit relevanten internen und externen Akteuren (z. B. Kommune, Vertrieb, große Anschlussnehmer) plausible Entwicklungspfade für Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, industrielle Elektrifizierungsprojekte sowie den Ausbau erneuerbarer Erzeugung identifiziert. Für diese Pfade werden Szenarien aufgebaut, in denen auch das technisch und organisatorisch erschließbare Flexibilitätspotenzial – etwa §14a-Steuerung, Demand Response, Batteriespeicher oder Spitzenlastmanagement – explizit berücksichtigt wird. Auf Basis des Ist-Netzes werden für die verschiedenen Szenarien netztechnische Analysen durchgeführt (z. B. Lastflussberechnungen, Spannungsbandanalysen), um kritische Betriebssituationen und Ausbaubedarfe zu identifizieren. Die Betrachtung umfasst sowohl die Niederspannungs- als auch die Mittelspannungsebene. Dabei werden mehrere Zielnetzvarianten entwickelt und verglichen – von konventionellem Netzausbau über den Einsatz regelbarer Ortsnetztransformatoren bis hin zu stärker flexibilitäts- und digitalisierungsorientierten Ansätzen. Für jede Variante werden Investitionsvolumina und Umsetzungszeiträume abgeschätzt. Neben der Infrastruktur werden auch die Anforderungen an die Netzbetriebsführung analysiert: Zunehmende Flexibilitätsnutzung erfordert erweiterte Monitoring- und Steuerungsfähigkeiten in der Netzleitstelle, eine höhere Datenverfügbarkeit (z. B. durch Smart-Meter-Rollout) sowie angepasste Prozesse für Einspeise- und Lastmanagement. Voraussetzung für die Durchführung sind belastbare Netzdaten (Topologie, Auslastung, Betriebsmittelparameter), hinreichende Prognosegrundlagen zum Zubau neuer Verbraucher und Erzeuger sowie geeignete Netzberechnungswerkzeuge. Bei kleineren Stadtwerken kann der Umfang auf besonders belastete Netzgebiete eingegrenzt werden. Die Ergebnisse münden in angepasste Planungsgrundsätze sowie ein priorisiertes Maßnahmenprogramm, das in die Investitions- und Instandhaltungsplanung des Stadtwerks einfließt. Die Analyse sollte regelmäßig (z. B. alle 2–3 Jahre) aktualisiert werden, da sich Zubaugeschwindigkeiten und regulatorische Rahmenbedingungen dynamisch verändern. Die Vorteile liegen in einer vorausschauenden Engpassvermeidung, einer fundierten Grundlage für Investitionsentscheidungen sowie der Möglichkeit, kostenintensiven konventionellen Netzausbau durch intelligente Flexibilitätsnutzung zu reduzieren oder zeitlich zu strecken. Zudem stärkt die Analyse die Argumentationsfähigkeit gegenüber der Regulierungsbehörde bei der Genehmigung von Netzausbaumaßnahmen.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Projektleitung und interdisziplinäres Kernteam für die Koordination, Informationsbeschaffung, Bewertung und Dokumentation der Ergebnisse
  • Personal aus den Bereichen Netzplanung, Netzbetrieb und IT

Materielle Ressourcen:

  • Unzureichende Datenqualität und -verfügbarkeit
  • Hohe Unsicherheit der Szenarien
  • Fehlende interne Abstimmung und Zuständigkeiten
  • Mangel an methodischem Know-how
  • Regulatorische Unsicherheit
Möglicher Ablauf
    Risiken
      Erfahrungen aus der Praxis