
Keine
Die Maßnahme zielt darauf ab, eine integrierte Netzentwicklungsstrategie für die Strom- und Gasnetze des Stadtwerks zu erarbeiten und in der Unternehmensplanung zu verankern. Der zentrale Mehrwert liegt in der gemeinsamen Betrachtung beider Netze: Der absehbare Rückgang der Gasanschlüsse durch die zunehmende Verbreitung von Wärmepumpen und die gleichzeitig steigenden Lasten im Stromnetz sind zwei Seiten derselben Entwicklung. Durch eine abgestimmte Planung werden Wechselwirkungen systematisch erfasst und isolierte Einzelstrategien vermieden. Ausgangspunkt ist eine strukturierte Bestandsaufnahme der vorhandenen Netzinfrastruktur beider Sparten – insbesondere der Altersstruktur, der aktuellen Auslastung sowie bestehender Engpässe. Daraus werden für das Stromnetz Ertüchtigungsbedarfe und für das Gasnetz Rückbau- bzw. Transformationspfade abgeleitet. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung dienen dabei als wesentlicher externer Input, insbesondere für die räumliche und zeitliche Priorisierung. Das Kernergebnis ist eine gemeinsame Roadmap, die Stromnetz-Ertüchtigung und Gasnetz-Transformation synchronisiert. Sie enthält Meilensteine, Investitionsbedarfe und Zeithorizonte für beide Sparten und macht sichtbar, wo Maßnahmen zeitlich oder räumlich voneinander abhängen. Ergänzend umfasst die Strategie eine Abschätzung des Ressourcenbedarfs (Personal, Budget, Dienstleister) sowie messbare Zielgrößen zur Fortschrittskontrolle. Zu beachten ist, dass regulatorische Rahmenbedingungen beider Sparten frühzeitig in die Zeitplanung einfließen müssen. Die Strategieerarbeitung sollte eng mit dem Netzbetrieb, der Netzleitstelle und dem Asset-Management abgestimmt werden. Bei kleineren Stadtwerken kann die Strategie kompakter ausfallen und sich auf die wesentlichen Entscheidungskorridore beschränken – entscheidend ist, dass die spartenübergreifende Perspektive gewahrt bleibt. Die Vorteile liegen in einer fundierten Investitionsgrundlage, die Fehlinvestitionen vermeidet – etwa eine Gasnetz-Erneuerung in Gebieten mit geplantem Rückbau oder eine verzögerte Stromnetz-Verstärkung in Quartieren mit hohem Wärmepumpen-Zubau. Die integrierte Betrachtung schafft zudem eine bessere Argumentationsgrundlage gegenüber Regulierungsbehörden und kommunalen Gesellschaftern und unterstützt die Dekarbonisierung der lokalen Energieversorgung.