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Aufbau eines EE-Beteiligungsportfolios
Adressierte Fähigkeiten
  • Erzeugung grünen Stroms
Voraussetzungen

strategisches Ziel für die Investition in externe EE-Projekte

Kurzbeschreibung

Diese Maßnahme beschreibt einen strukturierten Prozess zur Identifikation, Bewertung und Auswahl von Beteiligungsmöglichkeiten an Erzeugungsprojekten für erneuerbare Energien. Sie richtet sich an Stadtwerke, die durch gezielte Kapitalbeteiligungen an Wind-, Solar- oder Biomasseprojekten neue Erlösquellen erschließen, ihr Erzeugungsportfolio erweitern und ihre strategischen Klimaziele erreichen möchten. Beteiligungen an EE-Projekten stellen für Stadtwerke ein zunehmend relevantes Geschäftsfeld dar. Sie ermöglichen den Zugang zu erneuerbarer Stromerzeugung, ohne die gesamte Wertschöpfungskette von Projektentwicklung, Genehmigung und Anlagenbetrieb selbst abbilden zu müssen. Das Spektrum reicht von Minderheitsbeteiligungen an einzelnen Projektgesellschaften über Co-Investitionen gemeinsam mit anderen Stadtwerken bis hin zu Beteiligungen über etablierte Kooperationsplattformen wie Trianel, Thüga oder regionale Stadtwerke-Verbünde. Voraussetzung ist eine strategische Festlegung, in welchem Umfang und mit welchem Risikoprofil das Stadtwerk in externe EE-Projekte investieren möchte. Dazu gehören Leitplanken wie maximales Investitionsvolumen, bevorzugte Technologien und Regionen, erwartete Renditen sowie die Frage, ob eine rein finanzielle Beteiligung oder eine operative Mitsteuerung angestrebt wird. Ebenso sollten kommunalrechtliche Rahmenbedingungen vorab geklärt sein, da Beteiligungen an externen Gesellschaften häufig der Zustimmung von Aufsichtsrat oder Kommunalaufsicht bedürfen. Der Prozess gliedert sich in ein systematisches Marktscreening, eine strukturierte Vorauswahl anhand definierter Investitionskriterien, eine vertiefte Due Diligence für vielversprechende Projekte sowie die Verhandlung und den Abschluss der Beteiligung. Die Due Diligence umfasst technische Aspekte (Standortgutachten, Ertragsprognosen, Anlagenzustand), wirtschaftliche Aspekte (Finanzmodell, Einnahmestrukturen wie EEG-Vergütung, PPA oder Direktvermarktung), rechtliche Aspekte (Gesellschaftsstruktur, Verträge, Genehmigungen) sowie regulatorische Rahmenbedingungen. Für die Durchführung werden Kompetenzen in den Bereichen Portfoliomanagement, Investitionsrechnung, Vertragsverhandlung und Beteiligungscontrolling benötigt. Gerade für kleinere Stadtwerke mit begrenzter Erfahrung kann der Einstieg über Gemeinschaftsprojekte oder bestehende Kooperationsplattformen die Komplexität und das Risiko deutlich reduzieren. Die Vorteile einer strukturierten Beteiligungsstrategie sind vielfältig. Beteiligungen an EE-Projekten generieren direkte Erlöse aus der Stromvermarktung und Gewinnausschüttungen der Projektgesellschaften und schaffen damit eine zusätzliche, von den klassischen Netz- und Vertriebserlösen unabhängige Einnahmequelle. Dies stärkt die wirtschaftliche Resilienz des Stadtwerks und kann einen relevanten Beitrag zum Unternehmensergebnis leisten. Darüber hinaus verbessert ein wachsendes EE-Portfolio die Positionierung im Wettbewerb um umweltbewusste Kunden, da Grünstrom aus eigenen Beteiligungen glaubwürdiger vermarktet werden kann als reine Zertifikatlösungen. Die Beteiligungen unterstützen die Erreichung kommunaler und unternehmerischer Klimaziele und stärken damit die Legitimation des Stadtwerks gegenüber Gesellschaftern und Öffentlichkeit. Nicht zuletzt baut das Stadtwerk durch jede Beteiligung Marktwissen und Netzwerke im EE-Markt auf, die langfristig auch für weitergehende eigene Aktivitäten in der erneuerbaren Energieerzeugung wertvoll sind. Das Ergebnis des Prozesses ist eine fundierte Investitionsentscheidung inklusive Risikobewertung und eine klare Governance-Struktur für das laufende Beteiligungsmanagement.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Fachexperten aus Portfoliomanagement und Controlling
  • Interne oder externe Rechtsberatung
  • Ggf. externer technischer Gutachter oder Wirtschaftsprüfer

Materielle Ressourcen:

  • Zugang zu Kooperationsnetzerken/-plattformen
  • Markt- und Branchendaten
  • Kalkulationstools
  • Vertragsvorlagen
Möglicher Ablauf
  1. Definition der Investitionsstrategie und Festlegen von Entscheidungskriterien
  2. Marktscreening und Vorauswal
  3. Due Diligence-Prüfung
  4. Verhandlung und Entscheidung
Risiken
  • Insolvenz oder mangelnde Leistungsfähigkeit des Projektentwicklers
  • Sinkende Strompreise oder Änderungen der Förderkulisse reduzieren die Rendite
  • Kommunalrechtliche Beschränkungen können die Beteiligung an externen Gesellschaften erschweren
  • Technologische oder Standort-Risiken führen zu geringeren Erträgen als erwartet
  • Fehlende interne Kompetenz
Erfahrungen aus der Praxis