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Die Einstellung einer Fachkraft für das Risikomanagement verfolgt das Ziel, eine zentrale Ansprechperson für die Koordination aller risikobezogenen Aktivitäten im Stadtwerk zu etablieren. Diese Person bündelt Informationen, sorgt für ein einheitliches Vorgehen und dient als Schnittstelle zwischen Fachbereichen, Geschäftsführung und gegebenenfalls Aufsichtsorganen. Das Risikomanagement umfasst die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken, die den Betrieb und den Erfolg eines Unternehmens beeinträchtigen können. Es ist integraler Bestandteil der strategischen Unternehmensplanung, der Compliance sowie des Qualitätsmanagements und steht häufig im Zusammenhang mit bestehenden Regelwerken wie KonTraG, ISO 9001 oder einem Informationssicherheitsmanagement. Die Hauptfunktion des Risikomanagements besteht darin, potenzielle Risiken frühzeitig sichtbar zu machen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen zu reduzieren und das Stadtwerk auf unerwartete Ereignisse vorzubereiten, um negative Folgen zu begrenzen. Um eine geeignete Person für diese Position zu finden, können sowohl interne als auch externe Rekrutierungsmethoden eingesetzt werden. Intern kommen Mitarbeitende in Betracht, die ein gutes Verständnis der Stadtwerksprozesse haben und bereit sind, sich im Risikomanagement weiter zu qualifizieren. Extern können gezielt Personen mit Erfahrung im Risikomanagement, idealerweise mit Kenntnissen einschlägiger Standards wie ISO 31000 oder vergleichbaren Rahmenwerken, angesprochen werden. Wichtig sind dabei neben fachlichen Kenntnissen der Energiewirtschaft insbesondere analytische Fähigkeiten, Moderations- und Kommunikationsstärke sowie die Fähigkeit, zwischen Fachbereichen und Management zu vermitteln. Nach der erfolgreichen Besetzung der Position ist die Risikomanagerin oder der Risikomanager für die Koordination und Überwachung des Risikomanagement-Prozesses verantwortlich. Diese Fachkraft ist in der Lage, gemeinsam mit den Fachbereichen Risiken zu identifizieren, zu dokumentieren und hinsichtlich ihrer Wahrscheinlichkeit sowie ihrer potenziellen Auswirkungen zu analysieren und zu bewerten. Auf dieser Grundlage können geeignete Maßnahmen zur Risikominderung entwickelt, priorisiert und nachverfolgt werden. Darüber hinaus wirkt die Fachkraft an der Entwicklung und Einführung von Sicherheitsstandards, Maßnahmenplänen und Notfallprotokolle, um ein effektives Risikomanagement zu gewährleisten. Ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit besteht darin, eine übergeordnete Risikostrategie zu formulieren, diese mit der Unternehmensstrategie abzugleichen und regelmäßig an die Unternehmensleitung zu berichten, inklusive Status der identifizierten Risiken, der ergriffenen Maßnahmen und möglicher Handlungsbedarfe. Das Risikomanagement ermöglicht es dem Stadtwerk, rechtliche, prozessuale und operative Risiken sowie Risiken der Marktentwicklung frühzeitig zu erkennen und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Durch die Identifikation potenziell schädlicher, kostspieliger oder existenzbedrohender Ereignisse, Trends und Entwicklungen kann das Unternehmen frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Abwendung oder Minderung der negativen Folgen ergreifen. Die Fachkraft unterstützt zudem die Ausgestaltung eines ausgewogenen Projekt- und Maßnahmenportfolios, in dem risikoärmere Vorhaben die Basisstabilität sichern und gleichzeitig risikoreichere, innovative Projekte in strategisch wichtigen Bereichen bewusst gesteuert werden. Je nach Größe und Struktur des Stadtwerks kann die Funktion als eigene Vollzeitstelle, als kombinierte Rolle mit Controlling, Compliance oder Projektmanagementoffice oder als Stabsstelle der Geschäftsführung ausgestaltet werden, entscheidend ist eine klare Zuständigkeit und ausreichende zeitliche Ausstattung. Insgesamt dient die Ernennung einer Fachkraft im Risikomanagement der proaktiven Risikosteuerung und schafft eine fundierte Grundlage, um in der Transformation des Stadtwerks schnellere und zugleich besser abgesicherte Entscheidungen treffen zu können.