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Etablierung langfristiger Partnerschaften für den Bezug von grünem Wasserstoff und Biogas
Adressierte Fähigkeiten
  • Vertrieb grüner Gase
  • Kollaboration mit lokalen und überregionalen Partnern
Voraussetzungen

Keine

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme zielt darauf ab, den Bezug von grünem Wasserstoff und Biomethan durch langfristige Partnerschaften sicherzustellen und diese Energieträger in eine zukunftsfähige Gasstrategie des Stadtwerks einzubetten. Ausgangspunkt ist eine strategische Festlegung, in welchen Geschäftsfeldern das Stadtwerk künftig noch gasförmige Energieträger einsetzen will und welche Rolle dabei Biomethan als Übergangslösung und Wasserstoff in hochprioritären Anwendungen spielt. Auf dieser Basis schließt das Stadtwerk mit Produzenten, Zwischenhändlern oder in Konsortien und Projektgesellschaften organisierte Partnerschaften, die Liefermengen, Qualitätsanforderungen, Laufzeiten, Flexibilitäten, Herkunftsnachweise und Preismodelle langfristig regeln. Die Maßnahme erfordert eine enge Verzahnung mit der kommunalen Wärmeplanung und der Netzstrategie, da die zunehmende Elektrifizierung und der Ausbau von Wärmenetzen mittelfristig zum gezielten Rückbau oder zur Umstellung von Teilen des Gasnetzes führen und reine Wasserstoffnetze nur in wenigen, klar begründeten Clustern entstehen sollten. Langfristige H2-Beschaffungsverträge werden daher nur dort eingegangen, wo absehbar ausreichend dauerhafte Nachfrage aus Industrie, Gewerbe oder systemrelevanter KWK besteht und wo die Infrastruktur perspektivisch wirtschaftlich betrieben werden kann. Förderprogramme von Bund, Ländern und EU können den Aufbau von Elektrolyseuren, Biomethananlagen, Speicherlösungen und Netzkonversionen unterstützen, wodurch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Partnerschaften verbessert wird. Zur Risikobegrenzung können gestufte Vertragsmodelle mit Optionen, Volumenkorridoren und regelmäßigen Überprüfungspunkten zum Einsatz kommen. Wichtig ist zudem eine frühe Einbindung von Risikomanagement, Regulierungsexpertise und Rechtsabteilung sowie die Berücksichtigung von regulatorischen Vorgaben für Herkunftsnachweise, Unbundling und Beihilfen. Eine aktive Kommunikation mit Kommunalpolitik, Industrie, Gewerbekunden und Öffentlichkeit macht deutlich, warum Wasserstoff als knapper Energieträger gezielt eingesetzt wird, warum ein schrittweiser Rückbau des Erdgasnetzes notwendig ist und welche Rolle Biomethan in der Übergangsphase spielt. Die langfristigen Partnerschaften erhöhen die Versorgungssicherheit, unterstützen die Dekarbonisierung der lokalen Energieversorgung, schaffen Investitionssicherheit für alle Beteiligten und eröffnen dem Stadtwerk neue Geschäftsmodelle als Dekarbonisierungspartner für Kommune und regionale Wirtschaft. Gleichzeitig treiben sie die Digitalisierung zentraler Energieprozesse voran und stärken die Kompetenz des Stadtwerks im Umgang mit neuen Energieträgern, komplexen Vertragsstrukturen und datenbasiertem Portfoliomanagement.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
niedrig
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Leitung der Kooperation und Vernetzung zwischen den Stadtwerken und ihrer Partner
  • Personal für die Kapitalbeteiligung und Risikobewertung
  • Ggf. juristisches Fachpersonal
  • Personal für die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit

Materielle Ressourcen:

  • Tools zur Projektverwaltung, Finanzplanung und Kommunikation
  • Technische Infrastruktur für z.B IT-Systeme
Möglicher Ablauf
  1. Bestimmung der langfristigen Bedarfe an grünen Gasen innerhalb der Gasstrategie
  2. Identifikation geeigneter Partner und Modelle
  3. Definition der Ziele und Handlungsfelder sowie Strategie- und Konzeptentwicklung innerhalb der Partnerschaft
  4. Wirtschaftlichkeits- und Risikoprüfung
  5. Vertragsverhandlungen
  6. Ggf. Gründung von Konsortien, strategischen Allianzen oder Projektgesellschaften
  7. Entwicklung und Durchführung einer gemeinsamen Kommunikationsstrategie
Risiken
  • Fehlkalkulation der Kosten oder Erträge, insbesondere in jungen, volatilen Märkten
  • Fehlende Akzeptanz durch Kund:innen und andere Stakeholder
  • Unklare zukünftige Regulierung
  • Geringere Wasserstoffnachfrage durch Industrie und Gewerbe als geplant
  • Abhängigkeit von Partnern
  • Fehlende interne Kompetenzen
Erfahrungen aus der Praxis