
ggf. Implementierung eines Fehlererfassungssystems
Eine positive Fehlerkultur kann sowohl zur Reduktion der Fehlerhäufigkeit als auch zur Verringerung der Angst vor Fehlern beitragen. Die Einführung einer offiziellen Fehlerpolitik zielt daher darauf ab, das Bewusstsein der Mitarbeitenden für die Bedeutung einer positiven und offenen Fehlerkultur zu schärfen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Dabei werden Richtlinien im Umgang mit Fehlern festgelegt, die Lernprozesse und angestrebte Verhaltensänderungen fördern. Darüber hinaus wird durch gezielte Aufklärung der Nutzen einer offenen Fehlerkultur vermittelt. Eine Voraussetzung zur Umsetzung dieser Maßnahme ist die Durchführung einer Fehlerkulturanalyse, um die bestehende Fehlerkultur innerhalb des Unternehmens zu ermitteln. Hierzu können quantitative und qualitative Methoden, wie Umfragen und Interviews mit den Mitarbeitenden, eingesetzt werden. Auf Grundlage der Ergebnisse der Analyse können interne Richtlinien zur Fehlerpolitik (weiter-) entwickelt werden. Dabei sollte zwischen verschiedenen Fehlerarten, wie beispielsweise Verfahrens-, Dokumentations- oder Kommunikationsfehler unterschieden werden. Unter Berücksichtigung dieser Definitionen wird ein Verfahren zur Meldung von Fehlern entwickelt. Dabei kann ein Fehlererfassungssystem vorab implementiert werden, das der Erfassung und Dokumentation von Fehlern sowie der ergriffenen Maßnahmen zur Fehlerbehebung dient. Zudem sollten Methoden zur Analyse und Reflexion von Fehlern festgelegt werden, die den Mitarbeitenden dabei helfen, die Ursachen von Fehlern zu identifizieren und somit die Entstehung weiterer Fehler zu vermeiden. Eine bewährte Methode in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die „Root Cause Analysis“. Darüber hinaus sollten in den Richtlinien Ansprechpersonen benannt werden, an die sich Mitarbeitende bei Fragen und Unklarheiten wenden können. Es ist zudem ratsam, Feedbackmechanismen einzuführen, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, die entworfenen Richtlinien zu kommentieren und zu ergänzen. Zusätzlich können weitere Maßnahmen implementiert werden, die auf die Stärkung einer positiven und offenen Fehlerkultur abzielen. Beispielsweise können Informationsmaterialien in Form von Postern oder internen Newslettern erstellt werden, um die Mitarbeitenden in diesem Themenbereich aufzuklären und zu sensibilisieren. Darüber hinaus können Schulungen und Workshops angeboten werden, in denen die Teilnehmenden praxisnahe Übungen durchführen, um sich intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Über eine offene Fehlerkultur wird ein Umfeld geschaffen, in dem Fehler als wertvolle Lernmöglichkeiten betrachtet werden. Das kreative Potenzial der Mitarbeitenden kann dabei gezielt gefördert und optimal genutzt werden. Dies verbessert nicht nur die interdisziplinäre Teamkommunikation, sondern kann auch zur Steigerung der Innovationskraft innerhalb des Stadtwerks beitragen und hilft, künftige Fehler zu vermeiden, da die Fehlerursachen reduziert werden.