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Projektfinanzierung durch Crowdinvesting
Adressierte Fähigkeiten
  • Innovationsbereitschaft
  • Energiedienstleistungen
  • Vorbildfunktion
  • Kollaboration mit lokalen und überregionalen Partnern
  • Erzeugung grünen Stroms
  • Erzeugung und Verteilung grüner Wärme
Voraussetzungen

Keine

Kurzbeschreibung

Bürgernahe Projektfinanzierung durch Crowdinvesting und verwandte Modelle eröffnet Stadtwerken neue Wege, um Projekte zur Dekarbonisierung zu finanzieren. Auf niedrigschwellige Weise können Bürgerinnen direkt in die Finanzierung von Klimaschutzprojekten eingebunden werden – etwa bei Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur oder Energieeffizienzmaßnahmen. Über digitale Plattformen können Kleinanlegerinnen in konkrete Vorhaben investieren und erhalten im Gegenzug finanzielle oder ideelle Gegenleistungen (etwa Zinszahlungen, vergünstigte Tarife oder symbolische Anerkennung). Im Gegensatz zu kooperativen Finanzierungsmodellen wie Energiegenossenschaften oder Projektgesellschaften, die langfristig angelegt und rechtlich eigenständig organisiert sind, basiert Crowdinvesting auf projektbezogener Einzelbeteiligung. Stadtwerke treten dabei als Projektträger auf und nutzen entweder eigene Beteiligungsplattformen oder kooperieren mit spezialisierten Crowdinvesting-Dienstleistern. Die Umsetzung erfordert eine sorgfältige rechtliche und organisatorische Vorbereitung: Auswahl eines geeigneten Finanzierungsmodells (z. B. Nachrangdarlehen, Genussrechte) Vertragsgestaltung und Einhaltung regulatorischer Anforderungen (z. B. BaFin-Zulassung bei öffentlichen Angeboten) Abstimmung mit internen Bereichen wie Recht, Finanzen und Kommunikation Crowdinvesting eignet sich besonders für kleinere, lokal sichtbare Projekte mit hohem Kommunikationspotenzial. Es stärkt die Identifikation der Bürger*innen mit der Energiewende, erhöht die Sichtbarkeit von Klimaschutzmaßnahmen und kann zusätzliche Mittel mobilisieren – ohne komplexe gesellschaftsrechtliche Strukturen. Bürger*innen können so beispielsweise über eine Plattform in PV-Anlagen auf den Dächern kommunaler Einrichtungen wie Freizeitbädern investieren. Die Beteiligung erfolgt digital und kann mit Anreizen wie vergünstigten Eintrittspreisen kombiniert werden. So entsteht eine Verbindung zwischen ökologischer Wirkung und lokalem Nutzen. Die Vorteile liegen nicht nur in der Finanzierung, sondern auch in der Stärkung von Akzeptanz, Transparenz und lokaler Identifikation. Besonders bei innovativen oder öffentlichkeitswirksamen Projekten kann Crowdinvesting die Sichtbarkeit erhöhen und zusätzliche Mittel aktivieren – insbesondere für kleinere Vorhaben mit Modellcharakter.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Kommunikations- und Marketingteam
  • Projektverantwortliche mit Erfahrung in Bürgerbeteiligung
  • Juristische Beratung zur Vertrags- und Anlagenstruktur
  • IT/Plattformbetreuung

Materielle Ressourcen:

  • Plattform für Crowdfunding/Crowdinvesting
  • Kommunikationsmaterialien (Web, Social-Media, Print)
  • FAQ- und Dialogmaterialien
Möglicher Ablauf
  1. Identifikation geeigneter Projekte mit Innovationspotenzial
  2. Auswahl und Konfiguration einer Crowdfunding-/Crowdinvesting-Plattform
  3. Entwicklung eines Beteiligungsmodells (z. B. Nachrangdarlehen, ideelle Beteiligung)
  4. Rechtliche Prüfung und Genehmigung
  5. Kommunikationskampagne zur Bürgerbeteiligung
  6. Durchführung und Monitoring der Finanzierung
  7. Umsetzung des Projekts und transparente Erfolgskommunikation
Risiken
  • Geringe Beteiligung bei unklarer Kommunikation oder fehlendem Vertrauen
  • Rechtliche Unsicherheiten bei Finanzierungsmodellen
  • Technische Herausforderungen bei Plattformintegration oder Zahlungsabwicklung
Erfahrungen aus der Praxis

Die Stadtwerke Karlsruhe kooperierten mit der Sparkasse Karlsruhe, um Bürger*innen eine Festgeldanlage mit attraktiver Verzinsung zu ermöglichen. Die Sparkasse stellte die eingeworbenen Mittel als Darlehen für den Ausbau der Fernwärme bereit. Über das Crowdwerk, die Crowdinvesting-Plattform der Ideenstadtwerke, können lokale Projekt unterstützt werden. Für das erste Projekt, die Finanzierung einer PV-Anlage auf dem Dach des städtischen Schwimmbades, konnten bereits am ersten Wochenende die erforderlichen Investitionsmittel gesammelt werden. Die Stadtwerke Hennigsdorf finanzierten gemeinsam mit der DKB Crowd einen Wärmespeicher für ihr Wärmenetz. Bürger*innen konnten sich über ein Nachrangdarlehen beteiligen. Die Beteiligung wurde zunächst lokal geöffnet und später bundesweit angeboten.