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Die Maßnahme „Beteiligung an kooperativen Finanzierungsmodellen für Energiewendeprojekte“ ermöglicht es Stadtwerken, alternative Finanzierungskonzepte für die Umsetzung von Energiewendeprojekten zu nutzen. So können größere Projekte trotz begrenzter Eigenkapazität realisiert werden. Diese Modelle ermöglichen Risikoteilung, erhöhen die Akzeptanz vor Ort und schaffen Zugang zu zusätzlichem Kapital und Know-how. Hier sind beispielsweise Projektgesellschaften zu nennen als rechtlich autonome, strukturiert organisierte Institutionen, die spezifische Projekte umsetzen. Energiegenossenschaften sind langfristig angelegte, demokratisch organisierte Gemeinschaftsstrukturen, die die dezentrale Förderung erneuerbarer Energien vorantreiben. Beide Organisationsformen können Energiewendeprojekte finanzieren, ohne dass die Bilanz- oder Projektfinanzierung direkt über die Stadtwerke erfolgen muss. Beispielsweise können Genossenschaften und Projektgesellschaften PV- und Windparks, Wärmenetze, Speicher oder Ladeinfrastruktur erwerben und betreiben, während die technische und kaufmännische Betriebsführung die Stadtwerke übernehmen können. Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung solcher Projekte besteht in der Etablierung eines Fonds. Ein Fonds ist ein kollektives Anlageinstrument, das bspw. von einem oder mehrere Stadtwerke verwaltet und von Projektgesellschaften unterstützt werden kann. An diesem Fonds beteiligen sich sowohl private als auch öffentliche Kapitalgeber. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine gezielte Einbindung externen Kapitals und erlaubt Investitionen in einer für private Investoren attraktiven Größenordnung. Ein besonderes Merkmal dieser Finanzierungsstruktur ist die Möglichkeit zur direkten Beteiligung von Privatpersonen: Durch kleinere Anteile am Fonds und Energiegenossenschaften können Bürger:innen aktiv an der lokalen Energiewende mitwirken. Dies fördert nicht nur die gesellschaftliche Akzeptanz und die Beteiligung an der lokalen Wertschöpfung, sondern eröffnet den Einwohner:innen auch die Chance auf finanzielle Teilhabe am Projekterfolg. Stadtwerke können selbst die Gründung von Energiegenossenschaften initiieren und sich direkt daran beteiligen. In diesem Zusammenhang können sie Fachwissen in Bereichen wie Netzplanung, Energieerzeugung und -verteilung bereitstellen und somit die Effizienz der Energiegenossenschaften und Projektgesellschaften steigern. Darüber hinaus können Stadtwerke die Netzanbindung gewährleisten, indem sie ihre vorhandene Infrastruktur zur Integration von Energieerzeugungsanlagen in das bestehende Versorgungsnetz nutzen. Die Betriebsführung der Energiegenossenschaften und Projektgesellschaften kann durch die Stadtwerke beratend unterstützt werden, um eine reibungslose Durchführung der Projekte zu gewährleisten. Zudem können Stadtwerke Schulungen und Workshops für die Mitglieder der Genossenschaften und Projektgesellschaften anbieten, um fachspezifisches Wissen zu vermitteln und offene Fragen zu klären. Stadtwerke profitieren dabei vom Wissen und Engagement ihrer Partner, was Effizienz und Nachhaltigkeit der Vorhaben steigern kann. Der Austausch von Know-how und Best Practices innerhalb der Projektgesellschaften und Genossenschaften stärkt zudem die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke. Die genannten Modelle schaffen somit zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und bieten eine solide Grundlage für die Umsetzung innovativer Energieprojekte. Die geringere Renditeerwartung einer Energiegenossenschaft kann dazu führen, dass Projekte realisierbar sind, die andernfalls nicht wirtschaftlich tragfähig wären. Die direkte Beteiligung der Bürger:innen an den Projekten kann außerdem zu einer höheren Identifikation und Akzeptanz und somit beispielsweise zu höheren Anschlussquoten an ein Wärmenetz führen.
Die Stadtwerke Münster kooperieren mit einer Energiegenossenschaft, die Windräder kauft. Die Genossenschaft beauftragt die Stadtwerke mit der technischen und kaufmännischen Betriebsführung. Auf eine Initiative der Stadtwerke MüllheimStaufen hin wurde die Bürger-Energie-Südbaden eG gegründet, die PV-, Wasserkraft-, Wind- und Nahwärmeprojekte umsetzt.